90. Pflegestammtisch

Forum zur Verbesserung der Situation Pflegebedürftiger e.V.

Claus Fussek 089/309 04 86 51 Christiane Lüst 089/893 11 054

90. M Ü N C H N E R P F L E G E S T A M M T I S C H

Mittwoch, den 6. Oktober 19 Uhr Löwenbräukeller Stiglmaierplatz


WARUM GUTE PFLEGE KOSTET WAS SIE KOSTET ...!"

BURN - OUT BEREITS IN DER ALTENPFLEGEAUSBILDUNG !"


 

„Eine gute praktische Ausbildung darf doch kein Zufall, keine Glücksache sein!" forderte die engagierte und mutige Lehrerin für Pflegeberufe MANUELA MARIA MÜLLER aus Friedberg bei Augsburg bereits im April d. J. beim Pflegestammtisch. Sie beobachtet bereits im ersten Ausbildungsjahr Burn-Out bei zahlreichen motivierten Schülerinnen und Schülern. „Wenn meine Schüler aus der Praxis erzählen, muss ich mich manchmal „nur" setzen ...manchmal wird mir schlecht, manchmal ist es mir zum Weinen und manchmal fühle ich mich wie eine Mitwisserin an einem Verbrechen...!" Viele Schüler und Schülerinnen klagen über mangelnde Anleitung an ihrem Ausbildungsplatz, berichten über unverantwortliche Arbeitsbedingungen, fühlen sich häufig überlastet, überfordert und „verheizt". „Theorie und Praxis klaffen immer weiter auseinander ... haben nichts mehr miteinander zu tun!" In vielen Einrichtungen herrscht ein Klima der Angst - über die bekannten Zustände schweigen leider auch die meisten Altenpflegeschulen!

 

„Der Pflegearbeitsmarkt schreckt heute diejenigen ab, die nicht nur einen sinnvollen Beruf ausüben, sondern auch in halbwegs angenehmer Atmosphäre eigenständig arbeiten und die etwas werden wollen, etwas bewegen - Verantwortung übernehmen wollen. Genau diese Personen brauchen wir aber in der Pflege!" Die examinierte. Krankenschwester und Professorin Dr. CONSTANZE GIESE von der Katholischen Stiftungsfachhochschule in München ist überzeugt, dass „wir keine bessere Qualität in der Pflege und keine höhere Transparenz über die tatsächlich geleistete Qualität in der Pflege bekommen, wenn wir nicht in die Pflegeausbildung auf allen Ebenen investieren und zwar ordentlich investieren!"

 

Auch in der ambulanten Pflege klagen engagierte Pflegekräfte „über einen Spagat zwischen dem tiefverankerten Wunsch einer Krankenschwester und dem Alltagsmanagement mit all seinen Vorschriften, Richtlinien und Benotungen". Die erfahrene, examinierte Krankenschwester und Inhaberin eines ambulanten Pflegedienstes in München

GABRIELE SCHREYER befürchtet, „dass Pflege in Bürokratie erstickt". Sie setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, dass „Pflegequalität wieder mit Herz und Verstand umgesetzt, betrachtet und bewertet werden muss." Eine wichtige Forderung ihres Pflegeteams ist es, „dass der Mensch wieder mit seinen Wünschen und Bedürfnissen in den Mittelpunkt gestellt wird!"

 

 

wichtiger Hinweis:

Unter www.pflege-charta.de können Sie sich über die „Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen" informieren. Mit der „Pflege-Charta" sollen die Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen gestärkt und ihre Lebenssituation verbessert werden.